Am letzten Sonntag im Juni findet in Pisa das alljährliche Spiel der Brücke auf der Ponte di Mezzo statt.  Am Ende einer langen Prozession, anlässlich der die Teilnehmer Kostüme und Trachten aus dem Mittelalter tragen, wetteifern die beiden Teams Tramontana und Mezzogiorno um den Sieg. Das Spiel ist eine Art Tauziehen. Gegenstand ist aber nicht ein Seil, sondern ein schwerer Wagen, der auf Schienen platziert ist. Die Mannschaft, die es schafft, den Wagen auf der Brücke in das gegnerische Territorium zu stemmen, hat gewonnen.

Das Spiel der Brücke ist ein sehr altes Turnier, das bereits seit Ende 1400 ausgetragen wird.  In der Zeit, als die Medici das Großherzogtum Toskana regierten, herrschte zwischen den Bewohneren der beiden gegenüberliegenden Ufern des Arno eine große  Rivalität. Zuerst verboten die Herrscher von Florenz  die Austragung des Spiels, weil sie darin ein gefährliches Instrument der Rebellion sahen. Doch die Pisaner fühlten sich dem Tunier sehr verbunden, das es für sie die Pracht und Tugenden der großen Mittelmeerrepublik, die Pisa zu dieser Zeit war, wiederspiegelte. Im Mittelalter wurde dem Spiel auch erzieherische und moralische Tugenden der Ritterlichkeit zugeschrieben. Damals wie heute, treten die besiedelten Gebiete nördlich des Flusses gegen das südliche Arnoufer an. Im Laufe der Jahre hat sich das Spiel nicht nur zu einem der wichtigsten Traditionen der Stadt, sondern auch zu einer großen Touristenattraktion entwickelt.

Der Arno teilt Pisa in Zwei Teile, die Tramontana und Mezzogiorno heißen. Wenn man den Blick auf den natürlichen Lauf des Flusses Richtung  Meer richtet, so sieht man zu seiner Rechten das nördliche Gebiet, Tramontana genannt, und zu seiner Linken das südliche, Mezziogiorno genannt.   An dem Tunier nehmen insgesamt 12 Teams aus den 6 Bezirken des nördlichen und weiter sechs aus dem südlichen Teil der Stadt teil.

Der Besuch des historischen Pisas lässt sich ideal mit einem Urlaub im Pisaner Hinterland, dem so genannten Era-Tal verbinden. Dieses anmutige Tal ist vom Tourismus noch weitgehend unentdeckt, und Touristen lernen hier das wahre Gesicht der Toskana jenseits des Massentourismuses kennen. In der inspirierenden und eindrucksvollen Landschaft finden die Gäste eine Fülle von Naturschönheiten, Geschichte, Kunst und Architektur.

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